Recht verständlich: Ein Rückblick auf den Aktionstag im Pfalzbau

Recht verständlich: Ein Rückblick auf den Aktionstag im Pfalzbau

Wer sich in Ludwigshafen engagiert, tut das meist aus Leidenschaft: für den Sport, die Kultur oder das soziale Miteinander. Doch zwischen Herzblut und Tatendrang wartet oft ein unsichtbarer Gegner – die Bürokratie. Dass Paragrafen und Haftungsfragen kein Grund zur Panik sein müssen, bewies das Event „Recht verständlich“, das am 9. Mai den Pfalzbau in ein Zentrum für ehrenamtliches Empowerment verwandelte.

Es war ein starkes Signal für die lokale Vereinslandschaft, als die Organisation LUnited gemeinsam mit der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) dieses bundesweit gefragte Format nach Ludwigshafen holte. Den Auftakt machten Anna-Katharina Rapp, Leiterin des gesellschaftlichen Engagements der BASF SE, und Oberbürgermeister Prof. Dr. Klaus Blettner, die die zahlreichen Ehrenamtlichen begrüßten und die Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements für die Stabilität und Lebendigkeit unserer Stadt unterstrichen.

Ein zentrales Symbol des Tages war der interaktive „Bürokratie-Baum“ im Foyer. Er diente als Seismograf für die Sorgen der Teilnehmenden: Von komplizierten Förderanträgen über die Tücken der DSGVO bis hin zum Frust bei einfachen Bankgeschäften wurden hier konkrete Hürden gesammelt. Das Besondere: Dieser Baum wurde in der Folgewoche direkt an die Bundespolitik übergeben, um die Stimmen aus Ludwigshafen in die Berliner Debatte über Bürokratieabbau einzubringen.

Impulse aus der Praxis: Kommunikation auf Augenhöhe

In der anschließenden Gesprächsrunde, an der neben den Gastgebern Rapp und Blettner weitere Experten teilnahmen, wurde die Zukunft der Freiwilligenarbeit aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Birger Hartnuß von der Staatskanzlei RLP betonte, dass Engagement längst kein „Nischenthema“ mehr sei, sondern ein zentrales Politikfeld. Oberbürgermeister Blettner und Anna-Katharina Rapp ergänzten dies aus kommunaler und privatwirtschaftlicher Sicht und betonten, wie essenziell verlässliche Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Unternehmen und Vereinen sind.

Diskussionsrunde ©WOW Magazin, Murat Bilir

Die praktischen Hürden benannte Rudolf Storck, Präsident des Landessportbundes RLP, sehr deutlich: Er kritisierte die wachsende Zeitbelastung für Vorstände und die oft lebensfremden Anforderungen bei Kontoumstellungen. Ursula Braunewell vom Landfrauenverband räumte zudem mit Klischees auf und verdeutlichte, dass Vereinsarbeit oft harte politische Interessenvertretung ist – etwa beim Kampf für die medizinische Infrastruktur. Den Wunsch nach einer neuen Verwaltungskultur formulierte Heike Arend vom Landkreistag RLP: Sie forderte eine „Haltung der Ermöglichung“, bei der Behörden den Engagierten als Partner begegnen und Spielräume mutig nutzen, statt sich hinter starren Regeln zu verstecken.

Fachwissen für den Vereinsalltag: Die Workshops

Nach den Impulsen im Plenum wurde es in den Fachworkshops konkret. Das Angebot war breit gefächert und bot für jede organisatorische Herausforderung die passenden Experten:

Finanzen & Steuern: Daniela Geue entwirrte die komplexen Fragen rund um das Spendenrecht, während Jens Kesseler aufzeigte, wie Gemeinnützigkeit ohne steuerliche Grauzonen funktioniert.

Personal & Recht: Veikko Bartel gab wichtige Tipps zur rechtssicheren Entlohnung von Ehrenamtlichen – ein Thema, das viele Vereine vor große Herausforderungen stellt. Dr. Georg Ritter von Onciul und Falko Domris widmeten sich den Grundlagen des Vereinsrechts und der Haftungsvermeidung, um den Vorständen die Angst vor der persönlichen Verantwortung zu nehmen.

Sicherheit & Organisation: Franz-Martin Schäfer erläuterte die notwendigen Versicherungs-Sicherheitsnetze, und Dr. Elmar Walter brachte Licht in das oft undurchsichtige Dickicht der GEMA-Regelungen.

Ergänzt wurde das Programm durch das Projekt „Schutz und Prävention im Ehrenamt“ von Anna-Katharina Friedrich, das sich mit dem wichtigen Thema der Sicherheit vor Anfeindungen befasste.

Ein Netzwerk für „coole Socken“

Neben dem Fachwissen stand der Austausch im Vordergrund. Auf dem „Marktplatz der Möglichkeiten“ präsentierten sich Partner wie die BASF, die Metropolregion Rhein-Neckar, die Unfallkasse RLP und die Schmied Stiftung. Als die Teilnehmenden am späten Nachmittag den Pfalzbau verließen, hatten viele nicht nur neue Antworten im Gepäck, sondern auch ein symbolisches Dankeschön: Socken mit der Aufschrift „Du bist eine coole Socke“. Es war ein Tag, der gezeigt hat: Wenn LUnited und starke Partner wie die DSEE und die BASF an einem Strang ziehen, wird aus dem Paragrafen-Dschungel ein begehbarer Weg für alle, die Ludwigshafen bewegen.

Text: Andy Heinrich, Bilder: Murat Bilir, Daniel Propst

Andy ist echter Ludwigshafener. Er weiß welche Treppe in der Innenstadt wie viele Stufen hat. Außerdem findet er, Ludwigshafen kann was. Deshalb möchte er zeigen, was seine Heimatstadt zu bieten hat. Er betreibt er mit seinen Kolleg*innen das WOW Magazin und initiiert eine Vielzahl von Kulturprojekten.

Text: Andy Heinrich
Bilder: Murat Bilir, Daniel Propst

Andy ist echter Ludwigshafener. Er weiß welche Treppe in der Innenstadt wie viele Stufen hat. Außerdem findet er, Ludwigshafen kann was. Deshalb möchte er zeigen, was seine Heimatstadt zu bieten hat. Er betreibt er mit seinen Kolleg*innen das WOW Magazin und initiiert eine Vielzahl von Kulturprojekten.

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