Vorhang auf für die Saison 2026/27: Die Pfalzbau Bühnen bringen die Welt nach Ludwigshafen!
Vorhang auf für die Saison 2026/27: Die Pfalzbau Bühnen bringen die Welt nach Ludwigshafen!
Kulturelle Vielfalt, zwei echte Weltpremieren im Tanz und hochkarätiges Schauspiel: Intendant Tilman Gersch und Oberbürgermeister Prof. Dr. Klaus Blettner haben das neue Programm der Pfalzbau Bühnen für die Spielzeit 2026/27 vorgestellt. Bei der feierlichen Spielplanvorstellung im großen Theatersaal am 9. Juni gab es vor rund 500 begeisterten Zuschauern bereits erste schauspielerische und gesangliche Kostproben. Vom 2. Oktober 2026 bis zum 27. Juni 2027 verwandelt sich das Haus in ein Zentrum für ästhetische Entdeckungen.
Insgesamt warten in der kommenden Saison über 80 Produktionen auf das Publikum. Dass ein solch ambitioniertes Programm überhaupt realisierbar ist, verdankt das Haus vor allem starken, langjährigen Kooperationen – wie der bewährten Partnerschaft mit dem Pfalztheater Kaiserslautern im Musiktheater. Für Oberbürgermeister Prof. Dr. Klaus Blettner, der die Kulturpolitik der Stadt seit Januar in eigener Verantwortung als Dezernent leitet, ist das Haus ein absoluter Glücksfall. Bei der Abendgala bewies er zudem jede Menge Humor und outete sich als Social-Media-Fan, dessen Profilbild auf Instagram ganz im aktuellen Trend als Disco-Kugel erstrahlt: „Der Ruf unseres Theaters strahlt ja ganz offensichtlich weit über die Stadt hinaus und lockt regelmäßig Zuschauer aus der näheren und weiteren Umgebung nach Ludwigshafen. Wir müssen uns überhaupt nicht verstecken und das tut unserer Stadt sehr, sehr gut. Bringen Sie unser neues Ticketsystem zum Glühen. Kaufen Sie Karten, kaufen Sie viele – und folgen Sie mir auf Instagram!“
Die 22. Festspiele Ludwigshafen: Weltpremieren und ein Paukenschlag aus Schweden
Dass das Ludwigshafener Publikum ein ganz besonderes ist, betont auch Intendant Tilman Gersch immer wieder stolz: „Ich muss das immer wieder sagen: Wir haben immer wieder internationale Kompanien zu Gast und die mögen die Pfälzer. Die Leute sind hier kunstsinnig, sie sind geschult und sie sind begeisterungsfähig.“ Genau diese Begeisterungsfähigkeit wird in der ersten Saisonhälfte bei den 22. Festspielen Ludwigshafen im Herbst gebraucht, deren Ziel es laut Gersch ist, „Vielfalt, aber keine Beliebigkeit zu präsentieren“. Gleich zur Eröffnung wartet eine Sensation, die durch einen glücklichen Zufall zustande kam: Da das Haus der renommierten schwedischen GöteborgsOperans Danskompani wegen Renovierung geschlossen wird, lud Gersch sie kurzerhand nach Ludwigshafen ein.
Die Kompanie schlägt für drei Wochen ihr Quartier im Pfalzbau auf und feiert mit dem Stück See you Sunday eine echte Weltpremiere. Die zweite Weltpremiere folgt am 12. November mit dem packenden Tanzstück The Rain Maiden der Danza Contemporánea de Cuba. Basierend auf einer Kurzgeschichte von Theodor Storm verwebt die Choreographie glänzende Technik mit einer mythischen Erzählung über die Verletzlichkeit des Menschen gegenüber den Naturkräften. Zum Festivalausklang im Dezember reist zudem das legendäre Tanztheater Wuppertal Pina Bausch an, um das Meisterwerk Vollmond (aus dem Jahr 2006) dreimal auf die Bühne zu bringen. Ein bildgewaltiges Ereignis, bei dem sich die Bühne im Regen am Ende in ein riesiges Wasserbecken verwandelt, in dem die Tänzerinnen und Tänzer Gefühle zwischen Hingabe, Kampf und ungestümem Lebenshunger ausfechten. Klassik-Liebhaber kommen ebenfalls auf ihre Kosten: Das Ballett der Oper Rom gastiert mit dem Klassiker Giselle – inklusive Tütü vom Feinsten.
Die große Werkschau des Berliner Ensembles und gesellschaftliche Diskurse im Schauspiel
Im Schauspielprogramm dürfen sich Theaterfans auf eine exklusive, äußerst üppige Werkschau des Berliner Ensembles freuen, die gleich mehrere darstellerische Höhepunkte nach Ludwigshafen bringt. Gezeigt wird unter anderem der von Regiestar Barrie Kosky inszenierte, leidenschaftliche Kafka-Abend K., der einen ganz besonderen Fokus auf das jüdische Leben im Werk des Weltautors wirft. Ein tief berührendes Erlebnis verspricht das schmerzvolle Oscar-Wilde-Solo De Profundis zu werden, das der großartige Schauspieler und Träger des berühmten Iffland-Rings, Jens Harzer, mit unglaublicher Intensität auf die Bühne bringt. Zudem dürfen sich die Zuschauer auf Carl Zuckmayers Klassiker Der Hauptmann von Köpenick freuen, der hier als zupackendes und virtuoses Ein-Personen-Stück von Max Hopp neu und modern interpretiert wird. Abgerundet wird die hochkarätige Werkschau durch Shakespeares Was ihr wollt in der Regie von Antonio Latella – eine spielfreudige, bewegende Komödie, die sich auf höchst liebevolle Weise mit Fragen zu Identität und geschlechtsfreien Rollen auseinandersetzt.
Große Namen, politische Tiefe und gelebte Diversität
Neben den internationalen Gästen setzt der Pfalzbau konsequent auf große Namen, politische Tiefe und gelebte Diversität in Form von starken Eigenproduktionen und aktuellen Diskursen. Intendant Tilman Gersch bringt das Credo des Hauses auf den Punkt: „Wer hierher kommt, soll künstlerische, ästhetische Qualität erleben, aber wir wollen natürlich auch wahrnehmen und reflektieren, was in der Zeit los ist.“ Das zeigt sich schon zum Auftakt am 2. Oktober, wenn die Spielzeit mit Jewgeni Schwarz’ Märchenspiel Der Drache ganz bürgernah in der Ludwigshafener Melanchthonkirche startet. Auf der Bühne der bunt verwurzelten Bürgerbühne stehen dafür Menschen aus Ludwigshafen und der Metropolregion mit deutschen, türkischen, italienischen oder kolumbianischen Wurzeln – eine bunte Truppe, die über das gemeinsame Spiel die Welt erfährt.
Ende Oktober inszeniert Gersch dann selbst Elfriede Jelineks Prinzessinnendramen und bringt damit echten Hollywood-Glanz in die Pfalzbau Bühnen: In der Hauptrolle brilliert die junge Ausnahmeschauspielerin Josephine Thiessen, die gerade erst einen internationalen Film an der Seite von Colin Firth abgedreht hat.
Auch hochkarätiges, ausgezeichnetes Gastspiel-Schauspiel prägt die Saison, wenn die Münchner Kammerspiele ihre gefeierte, zum Berliner Theatertreffen eingeladene Adaption von Klaus Manns Mephisto zeigen. Hauptdarsteller Thomas Schmauser wurde für sein faszinierendes Porträt des opportunistischen Künstlers zum „Schauspieler des Jahres“ gewählt und mit dem Theaterpreis 2025 ausgezeichnet. Ein weiteres politisches und intensiv besetztes Glanzlicht setzt das Thalia Theater Hamburg mit dem Stück Arendt, in dem Corinna Harfouch die berühmte Philosophin auf einer schrägen Bühne verkörpert.
Im Mai 2027 wird es dann herrlich schräg, frech und poppig, wenn das Berliner RambaZamba Theater gemeinsam mit Drag Queens der Berliner Szene und Menschen mit Beeinträchtigung für eine wilde, inklusive Inszenierung der Rocky Horror Drag Show gastiert.
Abgerundet wird das dichte Programm durch prominente Lesungen im Salon Populaire. Hier lässt Katharina Thalbach mit ihrer unverwechselbaren Stimme Auszüge aus Die Blechtrommel lebendig werden, gefolgt von Autoren-Lesungen mit Edgar Selge und Filmstar Marie Bäumer, die das Publikum mit auf eine Reise in die schillernde Rolle der Mode-Ikone Coco Chanel nimmt. Ein echtes musikalisches Highlight verspricht zudem der gefeierte David-Bowie-Abend Heroes mit Alexander Scheer zu werden.
Junger Pfalzbau: Tolle Energie und Musical-Fieber
Besonders stolz ist die Theaterleitung auf die Arbeit mit Jugendlichen. Wer in der auslaufenden Saison die Stücke des Jungen Musicals gesehen hat, weiß, welche Energie von den jungen Menschen ausgeht – für Klaus Blettner ein echter „Balsam für die Seele“. Unter der bewährten Leitung von Iris Limbarth probt das Ensemble bereits intensiv für den nächsten großen Wurf: Das Kult-Musical Footloose wird im Januar und Juni 2027 die Große Bühne rocken. Für die Jüngsten gibt es unter anderem den modernen Kinderklassiker Die drei ??? Kids zu erleben.
Die Pfalzbau Freunde feiern historischen Rekord
Ein dickes Ausrufezeichen setzten an dem Vorstellungsabend auch die Pfalzbaufreunde e. V.. Die Vorsitzende gab stolz bekannt, dass der 1987 gegründete Förderverein mit aktuell 271 Personen den höchsten Mitgliederstand in seiner fast 40-jährigen Geschichte verzeichnet. Pünktlich zur neuen Saison hat der Verein zudem seine allererste eigene Website gelaunched: Unter www.pfalzbaufreunde.de kann man sich ab sofort über die Arbeit des Vereins informieren, Berichte lesen und mit wenigen Klicks für einen Jahresbeitrag von erschwinglichen 30 Euro direkt Mitglied werden. Nach der Veranstaltung lud der Verein traditionell auf ein Glas Sekt ins Gläserne Foyer ein.
Wichtige Info zum Ticketkauf: Systemumstellung im Sommer
Wer sich nun direkt Karten sichern möchte, muss eine wichtige Änderung beachten: Die Pfalzbau Bühnen führen mit Unterstützung der Stadt ein neues Kassensystem ein. Besucher können Abonnements, sämtliche Rabattstufen und Sonderkonditionen endlich ganz unkompliziert direkt online buchen.
Der Haken in der Übergangszeit: Wegen der Software-Implementierung können in den Sommerferien keine formlosen Vorbestellungen per E-Mail entgegengenommen werden. Der offizielle Vorverkauf für alle Einzeltickets im Netz und an der Theaterkasse startet am 8. September 2026.
Tipp vom Intendanten: Wer auf Nummer sicher gehen und sich schon vor dem 9. September die besten Plätze sichern will, sollte über ein Abonnement nachdenken. Die Abo-Buchungen laufen nämlich bevorzugt und das Angebot ist deutlich günstiger.
Text: Andy Heinrich, Bilder der Pressekonferenz: Kai Auffenfeld
Andy ist echter Ludwigshafener. Er weiß welche Treppe in der Innenstadt wie viele Stufen hat. Außerdem findet er, Ludwigshafen kann was. Deshalb möchte er zeigen, was seine Heimatstadt zu bieten hat. Er betreibt er mit seinen Kolleg*innen das WOW Magazin und initiiert eine Vielzahl von Kulturprojekten.
Text: Andy Heinrich, Bilder der Pressekonferenz: Kai Auffenfeld
Andy ist echter Ludwigshafener. Er weiß welche Treppe in der Innenstadt wie viele Stufen hat. Außerdem findet er, Ludwigshafen kann was. Deshalb möchte er zeigen, was seine Heimatstadt zu bieten hat. Er betreibt er mit seinen Kolleg*innen das WOW Magazin und initiiert eine Vielzahl von Kulturprojekten.







