ART BY MINE – Vom Bodensee über New York nach Ludwigshafen

ART BY MINE – Vom Bodensee über New York nach Ludwigshafen

In der Rhein-Galerie Ludwigshafen, mitten im Einkaufstrubel, hat der Künstler Mine einen Ort geschaffen, an dem Zeit und Gedanken langsamer werden dürfen. Seine farbenfrohen Werke mit sanften Farbverläufen, die sich fast zu bewegen scheinen, laden zum Verweilen und Träumen ein. Leise erzählen sie Geschichten und lassen Raum für eigene Fantasie. Beim Gespräch zeigt sich MINE so offen und gelassen wie seine Kunst – mit ehrlicher Freude über alle Besucher:innen, ganz gleich, ob man nur staunen oder tatsächlich ein Stück seiner Welt mit nach Hause nehmen möchte.

WOW Magazin Hi, Mine! Es freut mich, dass wir da sein können. Erzähl doch mal, wer du bist und wo du herkommst!

Mine Ich bin Armin, genannt werde ich Mine. Meine Eltern kommen aus Ex-Jugoslawien, da sagt man zu mir Armine. Daher leitet sich Mine ab und seit ich klein bin, nennt man mich so. Also identifiziere ich mich auch als Mine, schon eh und je.

Vom Bodensee nach Ludwigshafen

Geboren in Friedrichshafen am Bodensee, wuchs Mine in Uhldingen-Mühlhofen und Konstanz auf. 

Mine Ich hatte eine extrem glückliche Kindheit und eine schöne Jugend. Natürlich mit Hindernissen, so wie bei jedem. Aber ich war immer ein bisschen anders, auch in der Schule – ich war immer der Andere. Nach der Schule habe ich eine Ausbildung zum Bäckereifachverkäufer gemacht und direkt danach lernte ich meinen Mann kennen. Wir sind sehr schnell zusammengekommen und jetzt schon nahezu 20 Jahre zusammen und verheiratet. Uns hat es beruflich vom Bodensee hier in die Region verschlagen, 2010 sind wir nach Mannheim und 2013 dann nach Ludwigshafen gezogen.

Der Weg zur professionellen Kunst

Mine Nach einer Weltreise habe ich den Entschluss gefasst, dass ich Kunst zu meinem Beruf machen muss. Warum sollte ich was anderes machen? Ich habe Zeit, Platz und Kreativität. Ich muss das machen, was mir gefällt. Es ist ein hartes Business mit einer starken Konkurrenz, die mir aber nichts ausmacht. Es kommt immer darauf an, wie du gesehen wirst, ob du gesehen wirst und was du machst. Wenn du deine Emotionen natürlich rüberbringen kannst, wirst du gesehen. Die Leute, die meine Bilder erwerben, tauchen in die Emotionen ein. Sie kaufen die Bilder nicht nur, weil sie schön sind.
WOW Magazin Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Mine Der einzig große Stilwechsel war tatsächlich die Zeit in den USA. Vorher war ich etwas wilder unterwegs, etwas gröber. Ich habe mehr mit dem Spachtel gearbeitet. Teilweise auch kleinteiliger, vielleicht eher so in dem Stil wie Gerhard Richter – sehr abstrakt. Die Zeit in den USA hat mich tatsächlich ruhiger gemacht. Man könnte meinen, dass eine vibrierende, pulsierende Stadt wie New York einen total aufwühlt. Bei mir aber passierte das Gegenteil: Ich wurde ruhiger – auch stilistisch. Irgendwie habe ich gemerkt, dass ich das brauche. So bin ich auf großflächige Farbverläufe gestoßen, auf Minimalismus, Horizonte und Feinheiten.
Das USA-Abenteuer und Dexter
WOW Magazin Wie bist du eigentlich in die USA gekommen?
Mine Wir sind aus beruflichen Gründen in die USA gezogen. Dort entschieden wir uns für Hoboken als neuen Wohnort. Natürlich war es herausfordernd, alles von Grund auf aufzubauen – besonders die Frage: Wie bringe ich hier meine Kunst an den Mann?
Also, ich habe erstmal erfahren: Ich muss ein Business anmelden – erst in New York, dann in New Jersey – damit ich überhaupt etwas verkaufen darf. Dann habe ich eine Ausstellung gefunden und mich einfach beworben – das hat eine Menge Geld gekostet. Ich würde mal sagen: In den USA kostet alles Geld. Bis auf die öffentlichen Toiletten, die sind umsonst. 😀 Ich habe viel Content produziert und über Instagram lokal Werbung geschaltet, sodass man sie in Manhattan sieht. Und so kam dann eine Galerie auf mich zu. Die waren sofort begeistert und haben mich direkt genommen. Ich habe einige Bilder in der Galerie verkauft und viele Kontakte geknüpft. So bin ich dann auch in die Hamptons gekommen, aber auch in andere Bundesstaaten – von New York bis nach Florida. Ich habe dutzende Ausstellungen gemacht. Im Winter war ich viel in Miami unterwegs, dort, wo auch die weltberühmte 'Art Basel' stattfindet. Da kannst du dich überall bewerben. Als ich dort war, standen auf einmal Superstars vor mir – J-Lo und Co. Hillary Clinton ist an mir vorbeigelaufen, Bill Clinton genauso. Im Sommer wohnen die ja fast alle in den Hamptons.
Irgendwann hat mich dann die Galeristin angerufen: „Die Bilder sind verkauft.Bring sie bitte dort und dort hin." Ich wusste erst gar nicht, wo genau und als wir dort ankamen, haben wir dann die Studios gesehen. Irgendwie kam mir das bekannt vor, als ich die Sets mit den Folien an der Wand entdeckt habe. Das ist Dexter! Wer die Serie kennt, weiß, was ich mit den Folien meine. Sechs Monate musste ich stillschweigen bis die Sendung veröffentlicht wurde, da waren wir schon wieder in Deutschland.
Nach 3 Jahren USA – Die Rückkehr nach Deutschland
WOW Magazin Wie nimmst du die regionale Szene hier wahr?
Mine Ich finde es gut, dass es hier in Ludwigshafen das große Wilhelm-Hack-Museum gibt, – das wird oft unterschätzt. An Künstlern kenne ich auch viele, auch welche die an Zusammenarbeit interessiert sind und sich gegenseitig unterstützen. Connections in der Kunstszene sind super wichtig und wir haben alle das gleiche Ziel, und zwar, die Welt etwas schöner zu machen.
WOW Magazin Wie kriegst du deine Kunst am besten unter die Leute?
Mine Am besten über den Direktvertrieb oder über eigene Projekte wie diese Pop-Up Galerie. Ansonsten ist Werbung zu schalten das A und O. Auf meinem Instagram Kanal mache ich Werbung in Form von Reels und Beiträgen, das ist besonders wichtig, um die Leute deutschlandweit und international zu erreichen. Viel geht aber auch über mein Atelier.
Die Geschichte mit dem Jungen
Am Ende des Interviews erzählt Mine eine besonders emotionale Anekdote, die seine Leidenschaft für die Wirkung seiner Kunst unterstreicht – die Geschichte eines jungen Besuchers in der Pop-up-Galerie.
Mine Es gab mal einen Tag, da kam eine Gruppe Jugendlicher rein. Einer davon war interessiert, die anderen wollten hier eigentlich nicht rein. Und ein bisschen rumgesponnen haben sie ehrlicherweise auch, muss man sagen. Aber einer nicht. Er hatte leuchtende Augen. Der Junge fühlte sich zunächst von der Gruppendynamik mitgerissen. Die anderen haben ihn wieder rausgezogen und wollten gehen. Doch er war überwältigt von der Atmosphäre. Er kam kurz darauf noch mal rein und meinte "Entschuldigung, das war so schön, das ist toll hier, was Sie machen.“
Für Mine symbolisiert diese Begegnung den Kern seiner Arbeit: Kunst als Inspirationsquelle, besonders für junge Menschen ohne vorherigen Kontakt dazu. „Besonders toll finde ich es, wenn junge Leute reinkommen, die noch nie mit Kunst in Berührung waren. Und das sehen und sich inspiriert fühlen“, hatte er zuvor gesagt. Ohne Kaufdruck bietet die Galerie einen Raum zum Träumen – genau das erlebte auch der Junge.
Mine Ich freue mich immer wieder, wenn Leute reinkommen um die Atmosphäre ohne Konsumzwang zu genießen. Wenn sich die Leute einfach hinsetzen, die Bilder anschauen und träumen weiß ich, ich habe alles richtig gemacht.
Die Pop-up-Galerie von Mine in der Rheingalerie Ludwigshafen ist noch bis Ende Februar 2026 geöffnet – lasst euch inspirieren, taucht ein in Farbenwelten und unterstützt lokale Kunstschaffende! Falls ihr mehr von Mine sehen wollt, besucht seine Website oder den Instagram-Kanal.

Text: Julia Frankiewicz, Bilder: WOW & MINE

Wenn man vom Bodensee nach Ludwigshafen in den Hemshof zieht, würden viele vermuten, sie hätte einen kleinen Kulturschock erlebt. Wer das denkt, täuscht sich. Seit 2022 in Ludwigshafen eingelebt und immer zu haben für die spannensten Kulturangebote, Märkte, neue Wanderrouten und die authentischsten Orte von LU. 

Text: Julia Frankiewicz
Bilder: Julia Frankiewicz, Andreas Heinrich, Armin Eltze

Wenn man vom Bodensee nach Ludwigshafen in den Hemshof zieht, würden viele vermuten, sie hätte einen kleinen Kulturschock erlebt. Wer das denkt, täuscht sich. Seit 2022 in Ludwigshafen eingelebt und immer zu haben für die spannensten Kulturangebote, Märkte, neue Wanderrouten und die authentischsten Orte von LU. 

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