Die Unendlichkeit des Raumes. Raumkonzepte in der Moderne

Die Konstruktion des Bildraums ist spätestens seit der Renaissance das bedeutendste Prinzip der Bildenden Kunst. Die Leinwand wird als offenes Fenster verstanden, das den Blick auf eine andere Wirklichkeit freigibt. Dabei unterstützt die Komposition – von ausgeglichen bis dynamisch – die Aussage der Darstellung. In der Moderne begegnet das Bild den Betrachtenden hingegen als reale Oberfläche. Die Unendlichkeit der Malerei wird von neuen Raumkonzepten abgelöst, die mit unterschiedlichen Methoden Bild und Wirklichkeit verschränken. So erschafft der Expressionismus Räume aus ungewöhnlich steilen Perspektiven, während der Konstruktivismus seine ungegenständlichen Raumkompositionen als utopische Architekturen verbildlicht. Die Abkehr vom Gegenstand lässt den Bildraum zu einem neu zu verhandelten Ort werden, der den Betrachtenden flach ohne Tiefe oder aber weiterhin als Unendlichkeit entgegentreten kann. Quelle: Wilhelm-Hack-Museum, Bild: Jean Metzinger, Nature morte

Mit Werken von Max Bill, Miriam Böhm, Gianni Colombo, Ernst Ludwig Kirchner, El Lissitzky, Gerold Miller und Ljubow Popowa.

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